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Zwei Stunden feinstes "Rhoihessisch"

Laubenheimer Lesevergnügen: Mundartisten begeistern ihr Publikum

Hinten: M. Keil, H. Thomas, J. Teschner
Vorn: W. Klein, C. Presser, M. Horber (jeweils von links)
Hinten: M. Keil, H. Thomas, J. Teschner
Vorn: W. Klein, C. Presser, M. Horber (jeweils von links)

Von Klaus Schmitt

LAUBENHEIM – Über hundert Zuhörer füllten den Saal des evangelischen Gemeindezentrums, die der Mitinitiator des Laubenheimer Lesevergnügens, Hansjörg Thomas, zum Abschluss der diesjährigen Veranstaltungsreihe begrüßte. Seit 2011 erfreuen die „Mundartisten“ Claudia Presser und die Gitarristen Matthias Keil und Jens Teschner mit ihrer Performance von „rhoihessischen“ Liedern und Geschichtchen immer mehr Besucher und sind in Laubenheim zu echten Blockbustern geworden. Eine zusätzliche Bereicherung der diesjährigen Vorstellung war der Auftritt von Wolfhard Klein, einem Mitbegründer der Aktion „Rheinhessen liest“. Der in Jugenheim lebende ehemalige SWR 4-Chef hat sich seit seinem Ortswechsel aus Westfalen nach Rheinhessen akribisch mit den Rheinhessen, deren Mentalität und deren Sprache beschäftigt. Das hat er in vielen lustigen, besinnlichen und lehrreichen Essays zu Papier gebracht, mit denen er den Ureinwohnern auch manchmal einen liebevollen Spiegel entgegenhält. Er hat sich lange gefragt, wann man Rheinhesse wird. Eine seiner vielen Geschichten nennt er „Es ist Glück, Rheinhesse zu sein“, in der er von seinen ersten Berührungen mit „rhoihessisch“ berichtet. Für große Lacher sorgte seine Geschichte „Wo erfährt man in Rheinhessen, was wichtig ist“. Seine Erfahrung lautet „beim Gasse kehrn“. Überhaupt versteht er es, dem Publikum tiefe Einblicke in die Seele der Menschen in der Region zu vermitteln. Makaber war seine Geschichte „Landliebe“ von der viel geliebten "Lotte". Lustig erläuterte er auch dem Auditorium, wie eine Weinprobe abläuft. Weitere amüsante Lesungen trug die Laubenheimer Vorzeige-„Rhoihessin“ Claudia Presser vor, eine Mitbegründerin des Laubenheimer Lesevergnügens. Diese hatte im Mai 2013 für ihr vorbildliches Engagement bei der Ausbildung von Vorlesepaten der Stiftung Lesen von Bundespräsident Gauck das Bundesverdienstkreuz am Band entgegengenommen. Zur großen Begeisterung der Zuhörer gab sie Breviere aus der Vielzahl rheinhessischer Literatur zum Besten. Dabei konnte man immer wieder feststellen, dass die Diktion von „meenzerisch“ und „rhoihessisch“ doch teilweise sehr unterschiedlich ist. Claudia Presser beherrscht beide. Köstlich die Stories „Ich fühl mich wohl, wo die Rebe wachse“, „Meenzer Deitsch un Grammatik“, „Es Lattwwersch-Laadersche“ und die Ballade vom tollpatschigen Ausscheller, der glaubte, Hochdeutsch reden zu müssen, was natürlich komplett in die Hose ging. Ihr Credo endete in der mutigen Behauptung, dass Rheinhessisch genauer ist als Hochdeutsch. Für den musikalischen Teil des exzellenten Programms sorgten die als „Die Laubenumer“ bekannten Schwarzen Gesellen Keil (auch Sitzungspräsident) und Teschner. Diese rocken seit Jahren in den Sitzungen des Vereins als Highlight immer kräftig die närrische Rostra. Frech kündigen sie die Lieder an, die sie geschrieben haben wollen. Diese sollen dann angeblich später von bekannten Gruppen gecovert worden sein, so zum Beispiel ihr Lied „Portmonnee“, das die Beatles als „Yesterday“ ebenso wie „So’n Dreck“ als „Get back“ vermarkteten. Auch das „I’m a believer“ der Monkees und das „Ja, ja der Chianti-Wein“ („Wingertschütz“) heften sie ungeniert an ihr Fahnen. Jens Teschner überzeugte daneben mit einem sentimentalen Plädoyer für Rheinhessen. Begeisterung löste ihr Laubenheimer „Welthit“ mit dem Titel „Rumpsteak“ aus, ebenso wie ihr Erkennungslied „Du bist Laubenum“. Das Publikum dankte am Ende stehend applaudierend den Protagonisten für zwei Stunden feinstes "Rhoihessisches". Dem schloss sich auch Hansjörg Thomas an und vergaß auch Michael Horber nicht, der mit seiner PA für den perfekten Sound sorgte.

Foto: Klaus Schmitt