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Von beeindruckenden Büchern und deren Lesern

Reihe "Hechtsheim liest" erfolgreich im 13. Jahr

Brigitte Zander, Herz und Motor der Veranstaltungsreihe, mit Hellmut Oelert und Henning P. Jürgens
Brigitte Zander, Herz und Motor der Veranstaltungsreihe, mit Hellmut Oelert und Henning P. Jürgens Foto: Veronika Königer

Von Veronika Königer

HECHTSHEIM – „Hechtsheim liest, 13 Jahre lang, und immer noch Leute, die kommen“. So begrüßt Brigitte Zander am Abend des 10. November die ungefähr zwanzig Menschen, die sich im Evangelischen Gemeindezentrum Hechtsheim eingefunden haben. Sie sind da, um eine Lesung der besonderen Art zu hören: Zwei Bürger aus dem Stadtteil stellen je ein Werk eines Autoren vor, der ihnen besonders am Herzen liegt. Seit 2004 gibt es diese Veranstaltungsreihe, immer zweimal im Jahr. Der Anstoß dazu kam von der Künstlerin Brigitte Zander, die die Lesungen auch moderiert.

Bevor die jeweiligen Referenten an die Reihe kommen, erzählt sie zuerst etwas über deren Leben. Einer der beiden ist der Herzchirurg Prof. Dr. Hellmut Oelert. Er hat bereits einmal bei „Hechtsheim liest“ mitgemacht, „allerdings ist das schon eine lange Zeit her“, erklärt Zander. Der Autor, den er sich ausgesucht hat, ist Christian Lehnert, ein evangelischer Theologe. „In seinem Buch „Der Gott in einer Nuss“ ergründet Lehnert, was es mit der religiösen Existenz auf sich hat“, präsentiert Oelert den Zuhörern das Werk, aus dem er lesen wird und das aus mehreren kurzen Essays besteht. Von diesen trägt der Professor einige mit kräftiger Stimme vor, es sind ernste, nachdenkliche, bewegende Texte, gespannte Stille herrscht im Zuschauerraum. Als Oelert endet, ist der Applaus groß – und auch die Rührung, die sich nicht nur in Brigitte Zanders Dank ausdrückt: „Ernste und kostbare Worte waren das. Auch ich bin tief bewegt.“

In einem starken Kontrast dazu stehen der zweite Autor und dessen Buch, das an diesem Abend durch den Historiker Dr. Henning P. Jürgens vorgestellt wird: Wolfgang Hildesheimers „Lieblose Legenden“. Humorvolle, ironische, auch leicht bissige Erzählungen sind es, aus denen Jürgens vorliest, mit klingenden Titeln wie beispielsweise „Ich schreibe kein Buch über Kafka“ oder „Ich trage eine Eule nach Athen“. Immer wieder gibt es laute Lacher aus dem Publikum, auch der Referent selbst muss während der Lektüre des Öfteren schmunzeln. Er freut sich sichtlich über das Interesse der Zuhörer, denn laut ihm sei der Autor Hildesheimer wohl etwas in Vergessenheit geraten - aber dennoch „nicht völlig aus der Welt“. Dies zeigt sich dann auch nach der Lesung im Andrang auf den kleinen Büchertisch der Buchhandlung Ruthmann, an dem eine Auswahl der Werke der vorgestellten Autoren angesehen, vorbestellt oder auch direkt an dem Abend gekauft werden kann. Dort erklärt eine Zuhörerin mit Hildesheimers Buch in der Hand glücklich: „Das nehm´ ich gleich mit!“