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So ein Theater gibt‘s auch nur in Bodenheim

Erste Pläne für einen Swinger-Club gelangten an die Öffentlichkeit

BODENHEIM - Die Nachricht brach wie ein Orkan über das beschaulich wirkende Bodenheim: Einige als bislang eher unbescholten geltende Bewohner der Weinbaugemeinde planen im Ort die Eröffnung eines Swinger-Clubs. Verdächtigt sind der Leiter eines Gesangsvereins sowie einige Mitglieder des gemischten Chores. Herausgekommen ist die skandalöse Geschichte dabei eher zufällig im Rahmen einer polizeilichen Ermittlung in einer anderen, schockierenden Angelegenheit: Ein bekannter Bodenheimer Wirt wurde leblos auf der Damentoilette seines Gasthauses aufgefunden.

Die Öffentlichkeit wurde übrigens am Samstag, den 14. November, erstmalig über diese Ungeheuerlichkeiten informiert. Und wie unsere eigenen Recherchen ergaben, ist Beate Dietz, notorische Wiederholungstäterin und Präsidentengattin des Bodenheimer Carneval-Vereins, die eigentliche Drahtzieherin hinter dieser ganzen Angelegenheit. Die Reaktion der Bodenheimer Bevölkerung auf diese Enthüllungen war übrigens einhellig: Herzhafte Lacher im Minutentakt und langanhaltender, tosender Applaus für alle Beteiligten.

Sodom und Gomorra also nun auch in Bodenheim? Das Journal lokal klärt auf: Die Theatergruppe des Bodenheimer Carneval-Vereins unter Leitung von Beate Dietz präsentierte zum Auftakt der Kampagne 2016 die Mundart-Komödie „Mord im S(w)inger Club“ im ausverkauften Hermann-Weber-Saal des Bürgerhauses Dolles. Das bestens aufgelegte und eingespielte Ensemble zündete dabei ein Feuerwerk herrlichster Ideen, treffsicherer Texte und gelungener Slapstick-Einlagen rund um die wöchentliche Chorprobe der „Goldenen Kehlen“ im Probezimmer des „Roten Hahn“.

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Gleich zu Beginn werden Chorleiter Konstantin Stimmgabel (Klaus Schmitt) und seine vielstimmigen Kehlen mit der Nachricht konfrontiert, dass „de Wert“ mausetot in der Damentoilette liegt. Und noch während sich der Chor über die passenden Beisetzungslieder und Grabinschriften streitet („Hier ruhen meine Gebeine, ich wollt, es wären deine!“), erscheint Columbo-Fan Inspektor Clemens Besserwisser (Hermann Schütt) mit zerknautschter, stinkiger Zigarre zur Aufklärung des Falls. Unter Mithilfe seines unter dem Tisch platzierten „Assistenten“ Pit Fröhlich (Nick Stenner), beginnen die Einzelverhöre – und entpuppen sich als einen Einblick in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seelen.

Gefragt nach ihren Alibis übertreffen sich die Chormitglieder mit hahnebüchenen Erklärungen: Chorleiter Stimmgabel hatte zur Tatzeit mit befreundeten Totengräbern auf dem Friedhof gepokert, Charlotte Nachtigall (Andrea Gauer), die „femme fatale“ des Chors und Ex-Frau eines bekannten Exhibitionisten, traf sich zu einem pikanten Schäferstündchen mit dem Bäcker in dessen Backstub, Sigismund Saufhaus (Stefan Gardt) hatte zuhause alleine mit seinem Hund kommuniziert, Bambi Immerheiser (Katrin Afonso) in ihrer Profession als Aktmalerin den Polizeipräsidenten nackt portraitiert und Wilfried Wollust (Paul Stenner) war im betreffenden Zeitraum spenden – auf der Samenbank.

Durch sein profundes Insiderwissen über jedes der Chormitglieder bringt der kleine Pit den Kommissar aber noch auf eine andere Spur: Den Plan von Chorleiter Konstantin Stimmgabel, zusammen mit dem Wirt in Bodenheim einen Swinger-Club zu eröffnen. Und dazu passten dann auch wunderbar die Alibis der zartbesaiteten Rosa Blume (Claudia Kehrer), die zur mutmaßlichen Zeit bei ihrer Schneiderin ein Domina-Kostüm angepasst bekam und von Manni Wichtel (Ralf Stenner), der an einem Selbstverteidigungskurs teilgenommen hatte, um später als Türsteher im Club zu arbeiten.

Mit der hektischen Mitteilung „De Konstantin hot die Leich geklaut!“ erfahren die Verhöre eine kurze Unterbrechung, die sich jedoch schnell aufklärt: Der Wirt war gar nicht tot, sondern hatte lediglich einen Ohnmachtsanfall auf Grund einer Unterzuckerung erlitten und war inzwischen vom Chorleiter nach Hause gebracht und mit Traubenzucker wieder aufgepäppelt worden. Damit konnte Inspektor Besserwisser, die letzten Stunden nach eigener Aussage „fer nix un widder nix“ vor Ort, den Fall endgültig zu den Akten legen. Und so werden wir wohl leider nie erfahren, ob Anton Standfest (Rainer Dietz) nun seinen Traumjob als „Putzfee“ in transparenter „Kittelscherz und einem Schtring“ im Bodenheimer Swinger Club antreten wird. Schade eigentlich.

Michael Türk

Foto: Michael Türk