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Ode an die "Meenzer" Mund-Art

Das Erwachen einer Sprachkultur

Erste Hilfe ohne Hilfe
Erste Hilfe ohne Hilfe
Der widerspenstige Kuss
Der widerspenstige Kuss
Drama auf Augenhöhe
Drama auf Augenhöhe
Der beschenkte Gaul
Der beschenkte Gaul
Das Lockenwickler-Inferno
Das Lockenwickler-Inferno
Der Schwan, der keiner war
Der Schwan, der keiner war
"Willste wisse, was die mache? - Dann geh hie !"
"Willste wisse, was die mache? - Dann geh hie !"

Von Thorsten Söchtig

MAINZ / MOMBACH - „Setze Sie doch mol ´en Schalldämpfer uff ihr Revolver-Schnuud.“ Diesen überraschenden Satz verewigte lautstark der Hauptdarsteller Wolfgang Schneider und versetzte das Publikum in Dauergelächter. Zur Saisoneröffnung präsentierte der "Meenzer Rhoiadel" das Bühnenwerk "Die Goldgrub". Nach 6-jähriger Spielpause erlebte das Stück eine Renaissance und erfreute durch mannigfaltige Mainzer Mundart-Ausdrücke. „Du doll Dibbe“, „Die Biddel“ oder „Du Simbel“ sind Begriffe, die bereits beim Überschreiten des Rheins nicht mehr verstanden werden und gehören alleine zur Mainzer Sprachbegabung. Auch die integrierten Ausdrücke "Menagerie" und "franzeesisch wern" erklären sich durch die Einflüsse Napoleons auf den Mainzer Raum. Das Allround-Talent Markus Andres inszenierte die Komödie, führte Regie, stand auf der Bühne und übersetzte das 80 Jahre alte Rollenbuch ins "meenzerische". Er verstand es, dass 14-köpfige Ensemble zu motivieren und zu schauspielerischen Höchstleistungen zu führen. Nach dem Einleiten der Geschichte nahm das Stück "Die Goldgrub" Fahrt auf und mit zunehmenden Verwechslungen im Ablauf gaben sich die Lacher im Publikum die Klinke in die Hand. Die typische Mainzer Logik - „Da fragst du noch? - Klar, ich frooch immer, wenn ich was nit waas!“, wurde mitunter durch Petra Beringer, Wanda Brücker-Andrus sowie Klaus Schmitt gestenreich in Szene gesetzt. Mit kurzen Monologen, die direkt ins Publikum gesprochen wurden, bezogen die Schauspieler sanft die Zuschauer ins Spiel ein. Auch körperlich wurde den Schauspielern einiges abverlangt. So kam es auf der Bühne zu Tumulten, semi-professionellen, akrobatischen Einlagen und Soft-Stunts in sportlicher Reinkultur, die Turnvater Jahn und Colt Seavers gleichermaßen glücklich gemacht hätten. Es wurde "gesunge, gedanzt, geschubbst, gehibbt un aach emol getrede uff de Bühn". Ganzheitliche Unterhaltung auf höchstem Niveau, die von Konsul Hans-Otto Leininger, Till Riebeling sowie dem ganzen Rhoiadel-Team mit einer Natürlichkeit dargebracht wurde, die die Zeit im Auktionshaus Schnappenberger viel zu schnell voranschreiten ließ. Zwei Pausen zum Entspannen der Lachmuskulatur und zur Einnahme kraftfördernder Mittel - in Form von Weck, Worscht und Woi - rundeten den perfekten Abend ab. Karten für die Saison-Stücke "Die Goldgrub", "Gauner unn Halunke", "Die drei Wingertknorze", "Die Mumbacher Klappsmiehl" und "Uff de eebsch Seid" sind noch unter www.rhoiadel.de erhältlich.

Fotos: Thorsten Söchtig