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"Mundartisten" begeistern ihr Publikum

Toller Auftritt des Laubenheimer Lesevergnügens

Hinten: M. Keil, H. Thomas, J. Teschner Vorn: W. Klein, C. Presser, M. Horber (jeweils von links)
Hinten: M. Keil, H. Thomas, J. Teschner Vorn: W. Klein, C. Presser, M. Horber (jeweils von links)

LAUBENHEIM – (ks) Über hundert Zuhörer füllten den kleinen Saal des evangelischen Gemeindezentrums, die der Mitinitiator des Laubenheimer Lesevergnügens, Hansjörg Thomas, zum Abschluss der diesjährigen Veranstaltungsreihe begrüßte. Seit 2011 sind die „Mundartisten“ Claudia Presser und die Gitarristen Matthias Keil und Jens Teschner mit ihrer Performance von „rhoihessischen“ Liedern und Geschichtchen zu echten Blockbustern geworden. Eine tolle Idee war es, den Mitbegründer der Aktion „Rheinhessen liest“, Wolfhard Klein, dieses Mal mit ins Boot zu nehmen. Der seit 47 Jahren in Rheinhessen lebende gebürtige Westfale beschäftigt sich akribisch mit den Rheinhessen, deren Mentalität und Sprache. Mit vielen lustigen, besinnlichen und lehrreichen Essays hält er den Ureinwohnern auch manchmal einen liebevollen Spiegel vor. Er hat sich lange gefragt, wann man Rheinhesse wird. Eine seiner vielen Geschichten nennt er „Das Glück, Rheinhesse zu sein“, in der er von seinen ersten Berührungen mit „rhoihessisch“ berichtet. Für große Lacher sorgte seine Geschichte vom „Gassekehrer“. Überhaupt versteht er es, dem Publikum tiefe Einblicke in die Seele der Menschen in der Region zu vermitteln. Makaber war seine Geschichte „Landliebe“ von der viel geliebten "Lotte". Weitere amüsante Lesungen trug die Laubenheimer Vorzeige-„Rhoihessin“ Claudia Presser bei, eine Mitbegründerin des Laubenheimer Lesevergnügens. Diese gab Breviere aus der Vielzahl rheinhessischer Literatur zum Besten. Köstlich die Storys „Ich fühl mich wohl, wo die Rebe wachse“, „Meenzer Deitsch un Grammatik“, „Es Lattwersch-Laadersche“ und die Ballade vom tollpatschigen Ausscheller, der glaubte, Hochdeutsch reden zu müssen, was natürlich komplett in die Hose ging. Ihr Credo endete in der mutigen Behauptung, dass Rheinhessisch genauer ist als Hochdeutsch. Für den musikalischen Teil des exzellenten Programms sorgten die als „Die Laubenumer“ bekannten Schwarzen Gesellen Keil (auch Sitzungspräsident) und Teschner. Frech kündigten sie die Lieder an, die sie geschrieben haben wollen. Dabei wird u.a. aus „Yesterday“ der Beatles „Portmonnee“. Super Vorstellung, die im "Laubenumer Lied" ihren Höhepunkt fand. Das Publikum dankte am Ende stehend applaudierend den Protagonisten und Michael Horber für den perfekten Sound.

Foto: Klaus Schmitt