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Mit der MS Narhalla auf große Kreuzfahrt

Bodenheimer Narren starten mit ihrer traditionellen Mundartkomödie in die neue Kampagne

Volles Programm auf der Bühne: das Ensemble des BCV in Action
Volles Programm auf der Bühne: das Ensemble des BCV in Action
Der Nörgler, die Fitnesstrainerin und der Lottogewinner – da ist Spaß garantiert
Der Nörgler, die Fitnesstrainerin und der Lottogewinner – da ist Spaß garantiert
Keine Kreuzfahrt ohne Spaßprogramm – für Akteure und Zuschauer
Keine Kreuzfahrt ohne Spaßprogramm – für Akteure und Zuschauer

BODENHEIM - Vielleicht war es ja dieser fürchterlich verregnete Sommer, der Beate Dietz, Präsidentengattin des Bodenheimer Carneval-Vereins, dazu inspirierte, die Handlung ihres diesjährigen Theaterstücks auf das Wasser zu verlegen. In diesem Fall sollten wir dem Wettergott auch nachträglich noch einmal dankbar sein.

Mit einer aus der Feder der bewährten Autorin stammenden Mundartkomödie in zwei Akten eröffnete der BCV traditionsgemäß die neue Fastnachtskampagne. „Schiff ahoi, die MS Narhalla auf großer Fahrt“ hieß es also zur Premiere am Samstag, den 12. September, im wieder einmal ausverkauften Hermann-Weber-Saal des Bürgerhauses Dolles. Und Beate Dietz, Autorin und Regisseurin in Personalunion, bediente sich geschickt der Erfolgsformeln echter Kreuzfahrten: „Der Weg ist das Ziel“ und „Bloß keine Langeweile aufkommen lassen.“ Statt eines stringent durchgehenden roten Fadens, beherrschte ein Feuerwerk aufeinanderfolgender Gags die Handlung. Dazu gehörten beispielsweise die witzig-frivolen Dialoge des Silberhochzeit feiernden Ehepaares Annerose und Heinrich Querbein (Andrea Gauer und Paul Stenner), eigentlich langjährige Teutoburger Wald-Besucher, die nun erstmalig auf Kreuzfahrt waren und die dort gebotenen Annehmlichkeiten nicht nur sichtlich genossen, sondern auch spitzzüngig kommentierten. Oder die beiden weiblichen Singles Philomena Tausendschön (Petra Achatz) und Carola Kess (Stefanie Becker) auf der Suche nach dem großen und damit vor allem finanziellen Glück. Mit dem „umfangreichen“, etwas prolligen Lottogewinner Karl-Otto Krawutke (Klaus Schmitt) schien dafür der geeignete Kandidat gefunden zu sein, doch der interessierte sich mehr für die deutlich jüngere Fitnesstrainerin und Animateurin Mandy Unerbittlich (Katrin Afonso). Ein klarer Fall von Selbstüberschätzung, wie das Ergebnis einer privaten Salsa-Stunde der beiden zeigte und schließlich den Schiffsarzt Dr. Waldemar Eisenbart (Altbürgermeister und Schirmherr Alfons Achatz) auf den Plan rief. Die von ihm verordnete Diät für unseren Lottogewinner passte sich da wunderbar der neu eingetretenen Situation an Bord an: Durch einen Manövrierfehler des sichtlich überforderten Kapitäns Lars Ostwind (Hermann Schütt) steuerte die MS Narhalla nämlich nicht in Richtung Mexiko, sondern direkt auf Alaska zu, was wiederrum eine massive Rationalisierung der Vorräte zur Folge hatte. Jetzt hieß es also Salzstangen statt Surprise-Menü.

Doch damit nicht genug: Das kriminelle, nur vorgebliche Adelspaar Gloria und Herwig von Steigerwald (Rebecca Koss und Ralf Stenner), der „Mann über Bord“ (eine Plastikpuppe aus dem „einschlägigen Fachhandel“), die devote Chefhostess Leonie Strebsam (Christiane Boehmfeld), der schöne Deckoffizier Jascha Rehn (aus Wiesbaden!: Dominik Henn) und der vorlaute Juniorsteward Kai Fleißig (Nick Stenner) trugen ihren Teil zum weiteren Chaos an Bord bei. Nicht zu vergessen Running Gag Hugo Fürchterlich (Rainer Dietz), einen Dauernörgler, den wohl jeder echte Kreuzfahrtgast schon einmal live erlebt hat. Und last but not least durfte auf einer Kreuzfahrt natürlich auch der Überraschungsgast nicht fehlen. Schlagerstar Helene Fischer (Claudia Kehrer) setzte den Schlusspunkt einer turbulenten Reise.

Ob skurril, leicht verrückt, abenteuerlich oder aberwitzig – jede Szene wurde von dem auf 14 Akteuren aufgestockten Ensemble mit Leidenschaft und voller Spielfreude dargeboten und mit dem entsprechenden, langanhaltenden und begeisterten Applaus bedankt. Davon nicht ausgenommen auch die Menschen „unter Deck“: Reiner Holzmann als Souffleur, Iris Roth für die Maske, Gudrun Kirch für das Bühnenbild, die Verantwortlichen für Licht und Technik sowie alle anderen Helferinnen und Helfer des BCV. Beate Dietz und ihre Schauspieler dürften nach der Premiere zufrieden gewesen sein mit ihrer Arbeit – das Publikum jedenfalls war es.

Text und Fotos: Michael Türk