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Ein Betrieb wie ein Uhrwerk

Hinter dem Marktfrühstück-Stand der Hechtsheimer Winzerfamilie Schneider

Geschäftiges Treiben am Stand
Geschäftiges Treiben am Stand
Winken in die Kamera
Winken in die Kamera
Sitzen, wo man sitzen kann
Sitzen, wo man sitzen kann
Pfandrückgabe im Eiltempo
Pfandrückgabe im Eiltempo
Ausschank mit geübten Händen
Ausschank mit geübten Händen
Volles Haus unter Schirmen
Volles Haus unter Schirmen
Franz Jung am Fischtorplatz
Franz Jung am Fischtorplatz

Von Thorsten Söchtig

HECHTSHEIM/MAINZ - "Hoch-Zeit" auf dem Domplatz. Wenn zusammenkommt, was zusammengehört, dann sind die Mainzer in ihrem Element. Geselliges Beisammensein mit dem berühmtesten aller Getränke an der einen Seite, dem Freund und Nachbar, zum gemütlichen Plausch, an der anderern Seite. Ob bei Nieselregen oder Sonnenschein, mit einem Glas Wein in der Hand befindet sich die Stimmung in einem Hoch und die Zeit spielt nur noch eine untergeordnete Rolle. Die Mainzer Winzer e.V. losen die Termine auf dem Liebfrauenplatz unter allen Mainzer Winzern aus. Das Weingut Schneider aus Hechtsheim trifft sich bereits im Morgengrauen auf dem Domplatz, zum Aufbau der mobilen Taverne. Das Team um die ehemalige rheinhessische Weinprinzessin Mirjam Schneider funktioniert wie ein Uhrwerk, denn die erfahrenen Hände arbeiten regelmäßig zusammen und sind aufeinander eingespielt. Das ist auch notwendig, denn der Aufbau soll reibungslos verlaufen. Die Einzelteile des Standes sind passgenau in Hängern und Kleintransportern verstaut. Ein unentwirrbares Puzzle für den Laien und ein notwendiges, logisches Konzept für die Profis. Tische und Bänke finden sich beschirmt in der einen Ecke wieder, damit sich die Gäste trockenen Fußes niederlassen und edelste Mainzer Weine genießen können. Gläser werden entpackt und hängen Kopf nach unten, gleich einer Schwadron Fledermäuse unter dem Zeltdach an der Theke. Jederzeit griffbereit, um mit flüssigem Ambrosia gefüllt zu werden. In weiser Voraussicht verlassen Verschluss-Systeme ihren angestammten Platz am Halse der Flasche und die befreiten Weinflaschen landen atmend nebeneinander in den offenen Kühltruhen. Eine mobile Spülmaschine, bereitgestellt vom Winzerverein, wird in Hüfthöhe aufgebaut und angeschlossen. Bei der Vielzahl von Arbeitsgängen braucht sich kein Team-Mitglied den Rücken zu verbiegen, um die dampfenden, bakterienfreien Gläser aus dem Spüler zu entnehmen und erneut in Umlauf zu bringen. Am Gerät arbeiten Mirjams Schwiegereltern in spe, die bereits morgens um 4 Uhr das heimische Bruchsal verließen, um beim Mainzer Marktfrühstück mitzuhelfen. Weiter hinten steht die Studentin der katholischen Theologie Lara Bruck ihre "Frau" und nimmt die ausgegebenen Gläser wieder zurück. Kleinigkeiten, die für das normale Auge unscheinbar sind, finden ebenfalls Raum und werden sorgsam ausgelegt, in gleicher Bedeutung wie das "schwere Gerät". Tischdecken, Dekos, Blumen, Preislisten und Flyer mit Anschlussterminen der Familie Schneider komplettieren den Weinstand. Nachdem die Aufbauten stehen, wird gemeinsam gefrühstückt. Es gibt Fleischwurst und Brezeln. Doch viel Zeit bleibt nicht zum Ausruhen und Erholen, denn der Domplatz füllt sich schnell und der Ausschank beginnt. Schon bald rauchen die Füße und die Spülmaschine spuckt wie ein wütender Drache mit heißem Atem im 5-Minutentakt die frisch gewaschenen Gläser aus. Leere Wasser- und Weinkästen stapeln sich im hinteren Teil und werden in Windeseile auf dem Sackkarren über die Liebfrauenstraße abtransportiert. Vor dem Stand bemerken die Gäste nicht viel vom hektischen Treiben hinter den Kulissen. An den Stehtischen tummeln sich Weinfreunde aus nah und fern und befeuchten sich die Kehlen mit Sekt, Secco und Weißweinen. Ein Tag im Schutze des Doms, wie es die Mainzer lieben. Kunterbunt und reich an Leben. Am Fischtorplatz ziert das Hechtsheimer Weingut Jung die Uferpromenade und auch dort werden die Hände zum Himmel gehalten, um gemeinsam fröhlich zu sein.