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"Dunkle Schatten überm Pfarrhaus" sorgen für Lachsalven

Gau-Bischofsheimer "Fidele Brüder" spielen spritzige Komödie

Das tolle Ensemble
Das tolle Ensemble
Des Domkapitulars peinlicher Auftritt
Des Domkapitulars peinlicher Auftritt
Aerobic-Training des Dr. Jüngling
Aerobic-Training des Dr. Jüngling

Von Klaus Schmitt

GAU-BISCHOFSHEIM – Eine mitreißende Komödie lieferte die Theatergruppe der „Fidelen Brüder“ an fünf Spielabenden im jeweils restlos ausverkauften Bürgerhaus ab. In seiner Pfarrei versucht Pfarrer Teufel (Bernd Wehrum) mit Geldern, die er nachts beim Zocken gewinnt, seine marode Kirche zu renovieren. Die nächtlichen Runden stoßen bei der umtriebigen Haushälterin Hermine (Bärbel Malisius) auf wenig Gegenliebe, da in deren Verlauf auch dem Wein reichlich zugesprochen wird. Aber der Pfarrer beruhigt sie dahingehend, dass er all seine Gewinne vom Kartenspiel der Spendendose zuführt. Um das sündige Treiben vor dem Herrn am Kreuz zu verbergen, wird dieser mit einem Tuch abgedeckt. Auch der Verkauf von schwarzgebranntem Schnaps, der „guttut vom Kreuz bis in die Hämorrhoiden“ soll zur Geldbeschaffung dienen. Der mitzockende Küster (Mathias Böhm) verkündet mit dickem Kopf, dass er heute keine Arbeit verrichten könne, bei der „de Kopp niedriger is wie de Hinnern“. Da er die Nacht im Pfarrhaus verbrachte, hat sich seine Frau Emma (Katharina Wuttke) große Sorgen gemacht, die sie auch beim Eintreffen im Pfarrhaus urgewaltig (100 Silben pro Sekunde) artikuliert. Aber auch genauso schnell freut sie sich, dass der Gatte wohlauf ist und schnurrt wie ein Kätzchen: „Gelobet sei der Herr!“ Die resolute, unbeliebte und „stinkreiche“ Chefin des Pfarrgemeinderats, Elfriede Engel, „Erzengel“ genannt (Christine Engelhardt), beschwert sich ständig und bittet den Pfarrer doch dafür zu sorgen, dass ihre Nichte Uschi (Alexandra Hermann) nun schnellstens ins Kloster kommt. Deshalb soll die Arme im Pfarrhaus ein Praktikum absolvieren. Der Pfarrer versucht indes, die vielen leer stehenden Räume im Pfarrhaus zu vermieten. Das Geld soll für die Renovierung der Kirche verwendet werden, deren Dach schon den Regen durchlässt. Als die ersten Mieter auftauchen, kommt ausgerechnet ungebetener Besuch. Der gestrenge und imposante Domkapitular Dr. Jüngling vom bischöflichen Ordinariat (Jürgen Furrer), der den örtlichen Gerüchten nachgehen will, sorgt für große Aufregung. Hermine flüchtet sich nun von einer Notlüge in die andere und muss den auftretenden Mietern vor dem Domkapitular immer neue kirchliche Jobs andichten. Einer davon ist Siggi (Michael Knab), in Wirklichkeit der Freund von Uschi. Durch sein irritierendes Outfit hält ihn Elfriede Engel für den Domkapitular und bittet ihn, für eine Aufnahme ihrer Nichte im Kloster zu sorgen. Dafür stellt sie einen Scheck aus, bei dem Siggi nur die Stellung der Nullen "korrigieren" muss. Die nächste Mieterin, eine Aerobic-Trainerin (Alexandra Lasrich) macht gleich rustikal auf sich aufmerksam, indem sie sich den echten Domkapitular therapeutisch zunächst mal auf ihr Kreuz legt. Auch die leicht bekloppte Handarbeitslehrerin Heidemarie Rosenfeld (Carmen Knab), der alles „so peinlich“ ist, vergrößert das ganze Chaos noch. Diverse Verwechslungen halten die arme Hermine tüchtig auf Trab. Ein großes Bedauern im Publikum lösten die unzähligen Kurz-Auftritte des schüchtern-devoten Hans Küster (Daniel Brandl) aus, der als „running gag“ immer wieder rausgeschmissen wird. Dabei will er doch nur seinem Handarbeits-Date Heidemarie hier begegnen. Der Domkapitular ist jedoch von den skandalösen Geschehnissen im Pfarrhaus mittlerweile so verärgert, dass er die Abendmesse selbst halten will, um die Strafversetzung von Pfarrer Teufel nach „Naggenum“ zu verkünden. Zum Glück findet die Haushälterin eine Lösung. Der Domkapitular möchte zu gerne die Schweineleber genießen, die ihm unter die Nase gehalten wird. Da jedoch Freitag ist, darf er an seinem Leibgericht nur riechen. Hermine füllt ihn dabei mit zwei Flaschen Beerenwein so gründlich ab, dass er sich bei der Messe nur in total benebeltem Zustand völlig daneben benimmt. Als er erfährt, dies sei alles auf DVD festgehalten, bittet er auf Knien, dies nicht zu veröffentlichen. Wimmernd sagt er zu, den Pfarrer nicht zu versetzen. Dies und „Erzengels“ Ankündigung, nicht mehr länger Vorsitzende des Pfarrgemeinderats sein zu wollen, wird vom gesamten Ensemble mit einem erleichterten „Dem Himmel sei Dank“ zur Kenntnis genommen. Fazit: Eine spritzige Komödie, die von einem tollen Ensemble textsicher ein Publikum zu ständigen Lachsalven hinreißt und von rauschendem Beifall belohnt wird. Dabei überzeugt auch die von Maria Eifler mit leichter und sicherer Hand geführte Regie. Eine prima Idee ist es, dass der komplette Erlös einer Vorstellung und die eingesparten Kosten des traditionellen Ensemble-Essens der Palliativstation der Universitätsklinik zum Anschaffen von neuen TV-Geräten gestiftet werden.

Fotos: Klaus Schmitt