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Mainzer OB im Gespräch mit Journal Lokal

Exklusivinterview mit Michael Ebling

Der OB mit Verleger Ekkehard Schenk und Chefredakteuer Klaus Schmitt

Für unsere erste Ausgabe gab uns der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling viele, zum Teil auch sehr persönliche Antworten.

JL: Herr Oberbürgermeister, zunächst einmal möchten wir uns herzlich bei ihnen bedanken, dass Sie dem Zeitungsverlag Schenk und unserer neuen Zeitung für ein Gespräch zur Verfügung stehen. Wir freuen uns, in unserer ersten Ausgabe ein Interview mit Ihnen führen zu können.
OB: Gerne und immer, wenn es mir möglich ist, habe ich ein offenes Ohr und stehe gerne für Fragen zur Verfügung.

JL: Kommen wir gleich zu ersten: Was verbindet Sie mit den südlichen Vororten und der Verbandsgemeinde Bodenheim?
OB: Zunächst einmal die Freude an einem schönen Tropfen rheinhessischen Weines. Mainz ist ja die einzige deutsche Großstadt, die zu Recht stolz sein darf, so viele Winzer in ihren eigenen Mauern zu haben. Und dies im größten deutschen Anbaugebiet Rheinhessen, wo 6000 Winzer jährlich über 2,5 Millionen Hektoliter Wein herstellen.

JL: Sie zeigen Ihre Verbundenheit auch damit, dass Sie eine Tradition ihrer Vorgänger weiter pflegen und alljährlich eine Begehung der Weinberge in den weinbautreibenden Vororten machen.
OB: Das tue ich sehr gerne, weil gerade der Weinbau Laubenheim, Hechtsheim und Ebersheim stark mit Mainz verbindet. Ihnen haben wir seit 2008 die Zugehörigkeit zu den „Great Wine Capitals“ zu verdanken. Dies bedeutet den Aufstieg in die „Bel Etage“ der Wein produzierenden Städte auf der Welt. Diesen Titel führen außerdem nur noch Bilbao, Bordeaux, Florenz, Kapstadt, Mendoza, Porto, San Francisco und Christchurch.

JL: Sie gehen auch sonst gerne in den Weinbergen spazieren.
OB: Ja, natürlich. Mit Nelson, meinem Labrador mache ich oft lange Spaziergänge bis über den Roten Hang nach Nackenheim und genieße die wunderbare Landschaft. Auch besuche ich regelmäßig die Weinfeste in den Vororten. Dort freue ich mich auch sonst in den Lokalen über ein gutes Glas Wein und Meenzer Handkäs.

JL: Ist es nicht schade für Mainz, dass das Deutsche Weininstitut
nach Bodenheim zieht?
OB: Es bleibt ja in „Bodenheim bei Mainz“ und damit in Mainz und Rheinhessen.

JL: Was die schönen Lagen dieser Vororte trübt, ist die enorme Fluglärmbelästigung. Was unternimmt die Politik dagegen?
OB: Wir versuchen seit Jahren, mit anderen Kommunen gemeinsam mit allen juristischen und politischen Mitteln dagegen anzugehen. Dies ist ein langer und beschwerlicher Weg. Aber wir werden nichts unversucht lassen, die Zeiten des Nachtflugverbots auszudehnen.

JL: Zu einem anderen ernsten und aktuellen Thema: Die Endlagerung von Stoffen im sog. Laubenheimer Steinbruch, die vielleicht nicht ganz belastungsfrei sind.
OB: Erstens gehen die Planungen unserer Umweltdezernentin Katrin Eder und der Abfallwirtschaft dahin, dass nur minimal belastete und umweltverträgliche Stoffe dort eingebracht werden sollen. Zweitens hat sich die Diskussion zurzeit sicher etwas hochgeschaukelt. Aus Laubenheim hat sich darüber bisher niemand beschwert.

JL: Das kann ja noch kommen.
OB: Es steht auf jeden Fall fest, dass in einer wachsenden Stadt wie Mainz, in der viel gebaut wird, Abfall anfällt, der auch am Ort der Entstehung entsorgt werden muss. Es wird keinen, wie vielfach proklamierten „Mülltourismus“ geben. Im Steinbruch werden lediglich die nicht schädlichen Abfälle aus Mainz und dem Kreis Mainz-Bingen eingebracht. Es ist Quatsch, zu behaupten, dass wir aus Geschäftstüchtigkeit und im Interesse der Gebührenzahler auch aus entfernten Regionen Abfälle entsorgen wollen.

JL: Wiesbaden hat angeblich Kapazitäten, Abfallstoffe aus Mainz aufzunehmen.
OB: Das kostet aber erstens Geld und zweitens gilt das Angebot nur für fünf Jahre. Trotzdem werden wir auch das prüfen.

JL: Wie ist der Sachstand in Bezug auf das Rathaus?
OB: Ich wische den CDU-Vorschlag nicht vom Tisch. Aber ich möchte auch nicht, dass man mir nachsagt, Kurfürst von Mainz werden zu wollen (lacht). Die entscheidende Frage bleibt doch: Was geschieht mit dem alten Rathaus? Der Bau unterliegt dem Denkmalschutz genau wie das Schloss. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass wir noch in diesem Herbst endlich eine politische Entscheidung herbeiführen sollten.

JL: Welches sind die Hauptargumente für eine Sanierung des Rathauses? Was macht sie erforderlich?
OB: Das Gebäude ist jetzt 42 Jahre alt. Die Energieeffizienz ist mit den heutigen Ansprüchen und Kosten nicht mehr vereinbar. Es dringt Feuchtigkeit ein, die Klimaanlage funktioniert nicht mehr richtig. Das erfordert jährlich enorme Kosten und macht eine Sanierung unbedingt nötig. Ich sage es ehrlich: Ich wäre nicht böse gewesen, wenn ich bei meinem Amtsantritt vor drei Jahren ein saniertes Rathaus vorgefunden hätte.

JL: Mal zu einem privaten Thema. Wie gestaltetet sich unser Oberbürgermeister denn seine Freizeit?
OB: Ich gehe gerne und oft in unser Staatstheater und sehe mir dort mit Vorliebe Opern und Ballette an, besuche auch die eine oder andere Veranstaltung der „Summer in the City“-Reihe, die ja seit ein paar Jahren absolute Weltstars in unseres Stadt lockt. Und ich besuche beispielsweise auch gerne die Ausstellungen und Veranstaltungen freier Künstler wie „Peng“. Aber natürlich gehe ich auch ebenso gerne zu den 05ern.

JL: Eine letzte Frage. Was bedrückt den Oberbürgermeister am meisten?
OB: Mainz ist eine Stadt, die alljährlich um 2000 Einwohner wächst. Wir sind damit in den letzten sechs Jahren etwa um die Einwohnerzahl Laubenheims gewachsen. Das stellt die Politik vor eine große soziale Frage: Wie ist es möglich, diesen Menschen bezahlbaren Wohnraum anzubieten? Dies ist ein Problem, dass alle politischen Parteien und die Verwaltung gemeinsam anpacken müssen. Darauf liegt ein Hauptaugenmerk meiner politischen Ambitionen und ich weiß, dass wir mit vereinten Kräften bald akzeptable Lösungen anbieten können.

JL: Herr Oberbürgermeister, wir danken Ihnen für dieses Gespräch, mit dem Sie unserem neuen Blatt dem Journal Lokal sicher auch zu einem guten Start verhelfen.
OB: Ich grüße alle ihre Leserinnen und Leser und wünsche ihrem Verlag und ihrer Zeitung den bestmöglichen Erfolg.

Das Interview führte Klaus Schmitt

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